8 Jahre später
Ein zweites Leben. Eine zweite Chance.
8 Jahre seit dem Tag, der mein Leben für immer verändert hat.
8 Jahre seit meinem zweiten Geburtstag. 🤍
Seit diesem Tag hatte ich einen Wunsch, der mich nie losgelassen hat:
Ich wollte zurück.
Zurück an den Ort, an dem mein zweites Leben begann. An einen Ort, mit dem so viel Schmerz, Angst, aber auch unendlich viel Dankbarkeit verbunden ist.
Was damals wie eine völlig unmögliche Vorstellung schien, wurde irgendwann zu meinem Herzensprojekt.
Der erste Schritt zurück
Vor zwei Jahren stand ich zum ersten Mal mit meinen Orthesen an meinen Beinen.
Ich weiß noch genau, wie besonders dieser Moment für mich war. Plötzlich war da wieder dieser kleine Funke Hoffnung:
Vielleicht ist es doch möglich.
Von da an wurde Wandern zu einem festen Bestandteil meines Lebens. Und wenn ich sage, dass ich dafür hart gearbeitet habe, dann meine ich wirklich hart.
Aus dem Gehen mit Krücken auf ebenen Wegen wurde irgendwann das Wandern auf Schotterwegen. Aus Schotterwegen wurde steileres Gelände. Und irgendwann stand ich tatsächlich dort, wo ich früher dachte, dass ich dort nie wieder hinkommen würde.
Schritt für Schritt
Es waren unzählige Stunden Training. Unzählige Wiederholungen. Unzählige Male die eigenen Grenzen austesten – und manchmal auch darüber hinausgehen.
Dabei war ich nicht alleine.
Mein Physiotherapeut hat mich unzählige Stunden „gequält“, um mich stärker und sicherer zu machen. 😅
Mein Trainer im Olympiazentrum hat mit mir daran gearbeitet, meinen Körper immer weiter zu stärken und mich meinem Ziel jeden Tag ein kleines Stück näherzubringen.
Und dann war da noch mein Klettertrainer, der immer wieder mit mir an den Fels gegangen ist. Der mir gezeigt hat, dass auch dort noch so viel möglich sein kann, wo ich selbst manchmal nur Grenzen gesehen habe.
Jeder hatte seinen Teil an diesem Weg.
Und jeder hat auf seine Weise dazu beigetragen, dass aus einem Gedanken irgendwann Realität werden konnte.
Nicht jeder Schritt war leicht
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass dieser Weg einfach war.
Es gab unzählige Rückschläge.
Tränen.
Frust.
Momente voller Zweifel.
Und auch Momente purer Verzweiflung.
Momente, in denen ich dachte:
Ich kann das nicht.
Momente, in denen das Ziel plötzlich wieder unendlich weit weg schien.
Wenn man selbst nicht mehr glaubt
Aber genau dann waren da Menschen, die mich nicht aufgeben ließen.
Menschen, die weiter an mich geglaubt haben, wenn ich selbst gerade nicht daran glauben konnte. Die mich weiter gepusht haben. Die mit mir weitergearbeitet haben. Die immer wieder neue Wege gesucht haben, wenn ein Weg nicht funktioniert hat.
Und rückblickend glaube ich, genau das war mindestens genauso wichtig wie das Training selbst.
Denn ich musste diesen Weg zwar gehen – aber ich musste ihn nie alleine gehen.
Und dafür bin ich unendlich dankbar. 🤍
Acht Jahre später
Und dann kam dieser Tag.
Letzte Woche war es schließlich soweit.
Nach zwei Jahren harter Arbeit bin ich zurückgekehrt.
An die Delagokante.
Dorthin, wo ich vor 8 Jahren meinen zweiten Geburtstag hatte.
Und ich war nicht alleine.
Menschen, die auf ganz unterschiedliche Weise Teil meiner Geschichte geworden sind, waren dabei. Menschen, die mein Herz berühren und ohne die dieser Weg niemals derselbe gewesen wäre.
Und natürlich meine wohl treueste Begleiterin auf vier Pfoten. 🐾🤍
Eine, die mich schon durch so viele Kapitel begleitet hat und auch bei diesem ganz besonderen dabei sein durfte.
Eine Begegnung, die bleibt
Aber dieser Tag hielt noch eine ganz besondere Begegnung für mich bereit.
Ich durfte die beiden Menschen wiedersehen, die mich damals gefunden haben. Die mich gerettet haben. Die mich sicher zum Hubschrauber gebracht haben.
8 Jahre später standen wir uns wieder gegenüber.
Am selben Ort.
Mit einer Geschichte, die uns für immer verbindet. 🫶🏼
Ein Moment, für den es eigentlich keine Worte gibt.
Ein Moment, von dem ich vor 8 Jahren niemals gedacht hätte, dass ich ihn eines Tages erleben darf.
Und dann ist da noch dieses Geheimnis
Und vielleicht ist genau das das Verrückte an dieser ganzen Geschichte:
Vor zwei Jahren stand ich zum ersten Mal mit meinen Orthesen da und wusste nicht, wohin mich dieser Weg führen würde.
Ich wusste nur, dass ich losgehen wollte.
Und plötzlich stand ich zwei Jahre später genau dort, wo ich unbedingt hinwollte.
Was dort passiert ist?
Das bleibt vorerst noch mein kleines Geheimnis. 🤫
Ob ich mein ganz persönliches Ziel tatsächlich erreicht habe?
Was ich dort erlebt habe?
Und was dieser Moment mit mir gemacht hat?
Das werdet ihr noch sehen.
Manche Wege brauchen Zeit
Aber eines kann ich jetzt schon sagen:
Manche Wege brauchen 8 Jahre.
Manche Träume brauchen Geduld.
Und manche Momente sind es wert, auf sie zu warten.
Dieser Ort wird für mich niemals einfach nur ein Ort sein.
Er ist ein Teil meiner Geschichte.
Ein Teil meines zweiten Lebens.
Und vielleicht auch ein kleines Stück Beweis dafür, dass man manchmal einfach weitergehen muss – selbst wenn man noch nicht weiß, wohin der Weg führt.
Danke für jeden einzelnen Schritt
Danke an alle, die mich auf diesem Weg begleitet haben.
An alle, die mich gefordert haben.
An alle, die mich aufgefangen haben.
An alle, die an mich geglaubt haben.
Und vor allem an diejenigen, die mich niemals aufgeben ließen.
Ohne euch wäre ich heute nicht hier. 🤍



One comment
Inge Fassold
September 22, 2026 at 9:05 p.m.
Wenn Träume wahr werden, dann bei dir 🥰