Weltcup und Europameisterschaft in Laval – wenn man ohne Hoffnung in einen Wettkampf geht, kommt oft das schönste Ergebnis dabei raus. 🥹🏆

September 5, 2026by Jasmin Plank1
✈️ Und plötzlich ging es nach Laval …

Vergangenen Mittwoch machte sich unser Team auf den Weg nach Laval. Nach meinem Wettkampf in Brno hatte ich ehrlich gesagt nicht besonders viel Hoffnung auf den großen Sieg. Ich dachte wirklich, meine Form passt nicht und ich kann international wahrscheinlich nicht ganz vorne dabei sein.

Was soll ich sagen – manchmal kommt es anders, als man glaubt. ❤️

Wir reisten als ziemlich großes Team an. Eigentlich waren alle für die Europameisterschaft gemeldet, doch leider verletzte sich ein Teammitglied kurz vor der EM.

Das Besondere an diesem Wettkampf war natürlich, dass es gleichzeitig ein Weltcup und eine Europameisterschaft war. Dadurch entstanden auch ziemlich spannende und unterschiedliche Konstellationen am Podest.

Aber jetzt von Anfang an.

🌙 Nach Mitternacht im Hotel – und noch keine Ahnung, was passieren wird

Nachdem wir am Mittwoch irgendwann nach Mitternacht im Hotel angekommen waren, ließen wir den Donnerstag erst einmal gemütlich beginnen. Wir trafen uns zum Frühstück und beschlossen, später gemeinsam ein bisschen durch die Stadt zu laufen, um den Reisetag zu verdauen.

Am Abend ging es dann etwas früher zum Abendessen, damit wir danach noch genügend Zeit hatten, die Vorklettervideos zu analysieren. Zumindest war das der Plan. 😅

Doch auch hier machte uns die Organisation einen kleinen Strich durch die Rechnung. Nach dem Technical Meeting stand fest, dass es sein könnte, dass die Videos an diesem Abend gar nicht mehr kommen.

Da ich am nächsten Morgen bereits um 8:00 Uhr meinen Einsatz hatte, war für mich schnell klar, dass ich nicht ewig auf die Videos warten wollte. Also verkrümelte ich mich um 22:00 Uhr ins Bett.

Irgendwann in der Nacht schaute ich mir dann doch noch die Videos an und war ziemlich froh, dass wir mit der „leichteren“ Route starten durften.

Leider wurde Michi in der Nacht krank und wir mussten den Wettkampf ohne Physio bestreiten. Aber ich war mir sicher: Wir schaffen das. 💪

🌅 6:30 Uhr – mein Körper sagt nein, mein Kopf sagt los

Am nächsten Morgen hieß es richtig früh aufstehen. Um 6:30 Uhr sollte ich bereits in der Warm-up-Zone sein. Alles andere als die besten Voraussetzungen für mich und meinen Körper.

Nach dem Warm-up fühlte ich mich tatsächlich nicht wirklich gut.

Aber ich versuchte mir einzureden, dass genau dann, wenn ich mich nicht gut fühle, oft die besten Sessions auf mich warten.

Und tatsächlich.

 

🧗‍♀️ Ein Top – aber plötzlich war ich nicht mehr allein

 

Nachdem ich losgestartet war, kam ich sofort in den Flow und durfte mich kurze Zeit später als ersteAthletin über ein Top freuen.

Doch kurze Zeit später stand fest: Zwei weitere Mitstreiterinnen hatten ebenfalls getoppt.

Okay.

Dann würde wohl die zweite Route entscheiden.

🔥 Jetzt hieß es wirklich: FIGHTEN

Da die zweite Route um einiges schwerer aussah, war ich mir ziemlich sicher, dass diese Route darüber entscheiden würde, wer ins Finale einzieht und vor allem auf welcher Position.

Wir hatten ziemlich genau eine Stunde Pause zwischen den beiden Routen. Also gerade genug Zeit, um sich ein bisschen zu erholen.

In der zweiten Route starteten meine größten Konkurrentinnen vor mir. Das macht es für mich oft um einiges leichter – auch wenn es einen natürlich manchmal zusätzlich unter Druck setzt.

Nachdem alle drei an derselben Stelle gefallen waren, war für mich klar:

Okay. Hier heißt es fighten.

Wenn ich darüber komme, bin ich safe im Finale und ziemlich sicher auch Erstplatzierte.

Die Lösung, die im Video gezeigt wurde und von all meinen Kontrahentinnen versucht wurde, schmeckte mir allerdings auch nicht wirklich.

Aber ich hatte einen Plan B im Ärmel.

Und dieser funktionierte richtig gut. 😍

Danach konnte ich die Route einfach nur noch genießen. Ich fightete gefühlt um mein Leben.

Noch nie in meinem Leben verbrachte ich so viel Zeit in einer Route, aber am vorletzten Griff schüttelte sie mich nach 5:50 Minuten ab.

Für alle, die es nicht wissen: Man hat maximal sechs Minuten Zeit, um eine Route zu klettern.

Ich war überglücklich und kurze Zeit später auch erlöst:

Ich durfte tatsächlich als Erstplatzierte ins Finale einziehen. 🥹

❤️ Jetzt hieß es Daumen drücken

Jetzt hieß es nur noch, unseren Teamkolleg die Daumen zu drücken.

Angelino und Markus machten es diesmal besonders spannend. Nach der ersten Qualiroute standen sie auf Platz 3 und 5. Nach der zweiten Route stand dann fest: Beide kommen ins Finale – auf Platz 2 und 4.

Linda kletterte beide Routen bis zum Top, was leider auch zwei weitere Kontrahentinnen schafften. Somit gingen die drei ex aequo als Erste ins Finale.

Edith musste leider mit zwei Timeouts kämpfen und verpasste hauchdünn den Finaleinzug.

Michi kämpfte sagenhaft, musste sich seiner Konkurrenz aber leider ebenfalls geschlagen geben.

Lilly schaffte es bei ihrem zweiten Wettkampf auch wieder ins Finale. 🥰

Daniel schaffte ebenfalls den Einzug ins Finale und hatte als Einziger sofort das Backup, dass er schon fix Europameister war. Ich glaube, so etwas nimmt schon einmal ziemlich viel Last von den Schultern.

😴 Zwei Stunden Schlaf. Mehr gab’s nicht.

Nachdem wir alle unser Bestes gegeben hatten, hieß es wieder zurück ins Hotel. Ich ging noch schnell etwas zu essen besorgen, bevor wir uns wieder gemeinsam zum Abendessen trafen.

Die Nacht vor dem Finale stand leider unter keinem besonders guten Stern.

Meine Spastik meldete sich lautstark, sodass ich maximal zwei Stunden Schlaf bekam.

Es hieß also: durchhalten.

Denn unser Finale startete erst um 20:50 Uhr.

👀 20:50 Uhr? Schön wär’s …

Trotzdem beschloss ich nach dem Frühstück, unseren Teamkolleg beim Lead- und Speedbewerb zuzuschauen.

Im Lead war es ziemlich erfolgreich, denn gleich vier Leute qualifizierten sich für das Semifinale. Beim Speed schaffte nur Kevin den Sprung ins Finale – dieses fand dann auch noch vor unserem Finale statt.

Um 19:00 Uhr hieß es für uns schließlich: ab in die Isozone.

Irgendwie freute ich mich darauf, auch wenn mir schnell klar wurde, dass es eine ziemlich lange Isozonen-Zeit für mich werden würde, denn ich startete in der vorletzten Gruppe.

Wie spät es tatsächlich werden würde, wusste ich da allerdings noch nicht. 😅

Ich beschloss, mich am Anfang gleich aufzuwärmen und mich danach nur noch warmzuhalten.

😳 Die Route sieht machbar aus … vielleicht zu machbar?

Nach der Besichtigung fiel mir dann ein riesiger Stein vom Herzen.

Die Route schaute sehr machbar aus und hatte ziemlich coole Bewegungen.

Doch mir war auch klar:

Was für mich sehr machbar aussieht, könnte auch für die anderen machbar sein.

Also setzte ich mir schnell das Ziel:

Ich will das Top.

Nach der Observation verging die Zeit nur noch zäh wie ein Kaugummi.

Meine vermeintliche Startzeit war mit 22:30 Uhr angesetzt. Gegen 22:00 Uhr bereitete ich mich also auf meinen Einsatz vor.

Doch die Zeit verschob sich immer weiter nach hinten.

23:00 Uhr.

23:30 Uhr.

Und schließlich wurde ich um 23:30 Uhr in die Call Zone gerufen.

Gott sei Dank ist die Community extrem cool und wir machten uns gemeinsam eine schöne Zeit in der Iso.

🫣 Jetzt gibt es kein Zurück mehr

Als ich in der Call Zone angekommen war, ging Chiara gerade Richtung Route.

Was soll ich sagen – die Zeit verkroch ich. 😅

Ich versuchte, meine Nervosität mit meiner Neurocoaching-Musik unter Kontrolle zu halten, aber ich war mir fast sicher:

Chiara musste ziemlich weit geklettert sein.

Die Spannung stieg enorm.

Und dann war es soweit.

Ich war an der Reihe.

Ich war zu diesem Zeitpunkt auch gerade die Einzige, die kletterte – also waren alle Augen auf mich gerichtet.

🧠 Kopf aus. Klettern an.

Gott sei Dank kam ich schon mit den ersten Zügen in einen Flow.

Auch wenn ich das Gefühl hatte, so langsam wie eine Schnecke zu klettern. 😂

Ich nahm mir jede Möglichkeit zum Schütteln.

Selbst noch zwei Griffe vor dem Top.

Und dann …

Zack.

Ich hielt es in der Hand.

🏆 ICH BIN EUROPAMEISTERIN & WELTCUPSIEGERIN

Das Top.

Ich war einfach nur überglücklich.

Denn ich wusste:

Ich bin Europameisterin und Weltcupsiegerin. 🥹🏆🇦🇹

In diesem Moment war einfach alles vergessen.

Die Zweifel.

Brno.

Die schlechte Form.

Die zwei Stunden Schlaf.

Das lange Warten.

Alles.

Als ich die Bühne verließ, bekam Markus noch einen Abklatscher von mir, denn er durfte direkt nach mir einsteigen.

Michi holte mich anschließend von der Bühne ab und ich durfte mich ein bisschen feiern lassen. 🥹

Ich habe mich riesig gefreut, dass auch Fabi, mein OZ-Coach, und die Spezis zum Zuschauen gekommen sind. ❤️

 

🥹 Und dann hieß es: Wer steht noch am Podest?

Danach hieß es erst einmal: Bitte updaten – wer hat welchen Platz belegt?

Zu meiner größten Freude hatte es Daniel tatsächlich auch aufs Podest geschafft.

Er wurde Dritter! 🥳

Bei Linda toppten leider alle drei Athletinnen auch die Finalroute. Dadurch wurde die Zeit ausschlaggebend und auch sie belegte den dritten Platz.

Lilly wurde starke Zweite in ihrer Kategorie. 🥰

Dann hieß es noch einmal zittern für die Jungs.

Leider konnte Markus keinen Platz mehr gutmachen und landete auf dem undankbaren 4. Platz.

Angelino konnte noch einmal alle Kräfte bündeln und setzte sich zum Schluss tatsächlich gegen alle seine Kontrahenten durch.

Was für ein Wettkampf. ❤️

🎉 Und plötzlich standen wir alle auf der Bühne

Auf ging es zu den Siegerehrungen.

Spät nachts hatten wir es dann endlich geschafft und fuhren zurück ins Hotel.

Von dort aus ging es wenige Stunden später schon wieder zurück Richtung Heimat.

Müde.

Glücklich.

Und mit ziemlich viel zum Realisieren. 🥹

🔮 Und was kommt jetzt?

Als Nächstes dürft ihr euch auf ein Riesenprojekt freuen, bevor ich wieder ins Training einsteige und mich auf die letzten beiden Weltcups in Asien vorbereite.

Also bleibt gerne neugierig … 👀❤️

Manchmal geht man ohne große Erwartungen in einen Wettkampf und kommt mit etwas nach Hause, womit man selbst niemals gerechnet hätte.

Europameisterin. Weltcupsiegerin.

Ich glaube, ich muss das selbst erst einmal realisieren. 🥹🏆❤️

One comment

  • Hanspeter

    September 6, 2026 at 5:39 a.m.

    Bin begeistert!

    Reply

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *